Farbenlehre

Startbild zum Beitrag Exerzitien von Friedrich Schmuck

“Exerzitien” von Rudolf Knubel: Der Munker-
White-Effekt in 56 Bildern

Green arsenic smeared on an egg-white cloth, Crushed strawberries! Come, let us feast our eyes. Grünes Arsen, auf ein eiweißes Tuch geschmiert, Zerquetschte Erdbeeren! Kommt, laßt die Augen schlemmen. – Ezra Pound, L’ art, 1910 von Friedrich Schmuck / Klaus von Saalfeld Exerzitien zwischen Bild und Auge Rudolf Knubel sah vor einigen Jahren in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Bild mit der Darstellung des sogenannten Munker-White-Effekts, der ihn so nachhaltig interessierte und inspirierte, dass daraus 2011 seine malerische Arbeit Exerzitien entstand. Der Titel erinnert an das gleichnamige, nachhaltig wirksame Werk des Ignatius von Loyola, an mönchische Disziplin, an Konzentration und Meditation, die der Künstler anwenden muss, wenn er, wie hier, ein solches physiologisches Phänomen wie den Munker-White-Effekt nicht einfach nur spektakulär zur Schau stellen, sondern das Phänomen durch die entworfene Bildstruktur und die komponierte Farbenthematik zu einem neuen, vielschichtigen und dynamischen Seherlebnis werden lassen möchte. Die Exerzitien waren nicht nur Exerzitien für Knubel beim Entwurf und bei der Realisierung seiner Bilder; sie sind in hohem Maß auch Exerzitien für den Betrachter, wenn er sich darauf …

Anmerkungen zur Farbenlehre des Christian Leberecht Vogel mit den sehr frühen Hinweisen auf den Simultankontrast und die Inversion

Christian Leberecht Vogel (1759-1816) war Maler und Verfasser einiger kunsttheoretischer und naturwissenschaftlicher Schriften. Von seinem bereits vor 1799 konzipierten, 1799 angekündigten und 1814 niedergeschriebenen Werk „Gedanken über die Farben, die nicht nur die Anwendung derselben auf die Schönheit zeigen, sondern auch in besonderer Hinsicht Beyträge zur Farbentheorie liefern“ gibt es ein zweiteiliges handschriftliches Exemplar, das sich bis heute im Besitz der Nachkommen C. L. Vogels befindet, u.a. im Besitz von Hermann A. Vogel von Vogelstein, der mit der Arbeit „Die Farbenlehre des Christian Leberecht Vogel – im Kontext der kunsttheoretischen Diskussion des akademischen Klassizismus“ *1 seine Dissertation an der Universität Greifswald vorlegte. Die Farbenlehre des C. L. Vogel fand in den knapp 15 Jahren seit ihrer Veröffentlichung nicht die Beachtung, die sie verdient hätte. Vogel hat schließlich schon einige Aspekte der Farbenlehre angesprochen, die heute deren fester Bestandteil sind. Besonders hervorzuheben ist seine Beschreibung des Phänomens der Inversion und deren Wirkung, auf das nach ihm wohl erst wieder der Schweizer Farbenforscher Aemilius Müller hingewiesen hat. Die Grundfarben und das Grün Vogels Anschauungen sind wie bei …