Notizen zu Farbe und Anderem

Thumbnail zu Jahreskarte 2018/19 Friedrich Schmuck Farbentwurf Sikkens

Notiz 03

Eine alleine Farbe, die als freie Farbe gesehen wird, das heißt ohne Umgebung, zum Beispiel aus geringer Entfernung als Farbe einer Wand, eine solche Farbe erscheint mehr oder weniger stark räumlich, fern oder nah, je nach Farbton, Farbdichte und Helligkeit. Die Farbdichte nimmt ab mit der zunehmenden Suggestion von Transparenz der Farbe. Stehen zwei oder mehr Farben zusammen, können diese unterschiedlich tiefe Räume bilden. Farbe im Raum, auch im Außenraum wie dem Stadt-, Vorstadt- oder Weltraum, erzeugt Atmosphäre, im letztgenannten wohl eher eisige. Farbe kann mit anderen Farben zusammen Architektur und deren Elemente gliedern bis zur Destruktion, voneinander entfernte Architekturelemente so miteinander in Beziehung setzen, dass die räumlichen Distanzen relativiert werden, Formen in ihrer Gestalt, ihrer Dimension und ihrer Bedeutung stärken und schwächen, verschleiern, gar tarnen bis zur Blindheit. Durch unterschiedliche Konstellationen der Farbformen können eigentlich gleiche Farben unterschiedliche Erscheinungsqualitäten, Transparenz bzw. Opazität annehmen. Zu allererst ist Farbe ein reines, reiches und starkes Sinneserlebnis das, um es wahrzunehmen zu können, keiner Assoziation bedarf. Es berührt jeden Unvoreingenommenen unmittelbar und ganz persönlich. Das macht die wahre …