Notiz 04 – Form beeinflusst Farbe
Farbe ist ein Attribut alles Sichtbaren. Sie ist aber kein autonomes Attribut wie die Aufgabenstellung von Josef Albers zum sogenannten Simultankontrast belegt: „Eine Farbe erscheint wie zwei Farben.“ Bild 1 Nicht nur die Grundeigenschaften von Farben wie Farbton, Buntheit, Helligkeit, Weißlichkeit, Schwärzlichkeit, Reinheit und Klarheit können sich in der „Interaction of Color“ verändern, sondern, bedingt durch eine spezielle Unterschiedlichkeit der Formen, auch die materielle Art ihrer Erscheinung*. Bild 2 Die Komposition der beiden Tafeln wird jeweils von zwei großen Quadraten bestimmt, die auf der Diagonalen von rechts unten nach links oben angeordnet sind. In der Mitte der linken Tafel überlagern sich die Quadrate so, dass ein weiteres, kleineres Quadrat gebildet wird. In der Mitte der rechten Tafel überdeckt ein auf die Spitze gestelltes Quadrat die Schnittstelle der großen Quadrate. Die verwendeten Farben sind in beiden Tafeln gleich, ihre Erscheinung ungleich. In der linken Tafel erscheinen das Blau und das Purpurgrau des rechten Quadrats transparent, so als wäre eine durchsichtige Folie Träger der Farbe. Durch das helle, transparente Blau scheint der weiße Hintergrund, durch das Purpurgrau …


